Kategorien
CDs

Album-Highlights 2012

album_highlights_2012

Meine Album-Highlights des Jahres 2012 in alphabetischer Reihenfolge:

Anderson / Wakeman: The Living Tree in Concert – Part One

Rick Wakeman und Jon Anderson auf gemeinsamer Konzertreise mit einer grandiosen Mischung aus Yes-Klassikern und Tracks des „The Living Tree“-Albums.

Rosanne Cash: 10 Song Demo

Ein Neuanfang in vielerlei Beziehung und anders als der Album-Titel suggeriert mit 11 Songs in spärlicher Instrumentierung.

Delain: We Are the Others

Delain gehen konsequent ihren Weg weiter und veröffentlichen mit „We Are The Others“ ein Album, das gegenüber „April Rain“ nochmals eine Steigerung bedeutet.

Jon Lord: Concerto For Group And Orchestra

Posthum veröffentlicht, zeigt die erste Studioaufnahme das „Concerto“ so, wie es bisher nur in der Vorstellung Jon Lords existierte.

Yohanna: Butterflies and Elvis

(Original-Release von 2008)

Durch ihre ESC-Teilnahme 2009 auch einen breiteren Publikum bekannt geworden, ist „Butterflies and Elvis“ das erste „erwachsene“ Album des ehemaligen isländischen Kinderstars.

Maßgebend war das Anschaffungs-, nicht das Erscheinungsdatum.

Kategorien
Verschiedenes

„Concerto“ talk with Paul Mann

On October 1st, 2012 „The Highway Star“ had the opportunity to do an interview with Paul Mann. Being the conductor of the 1999 „Concerto For Group And Orchestra“ performance and the subsequent DEEP PURPLE world tour, Paul became a close friend to Jon Lord. Being also heavily involved in the making of the brand new studio recording, he shares some insight on various topics.

Kategorien
CDs

Jon Lord – Concerto for Group and Orchestra

Neueinspielungen sind ein gewagtes Unterfangen: hat der Künstler aus seiner Sicht gute Gründe (rechtlich, klangtechnisch, songschreiberisch, …) ein bereits veröffentlichtes Werk nochmals aufzunehmen, reagiert die Umwelt in der Regel skeptisch: Fans kennen und lieben das Original genau so, wie es seinerzeit veröffentlicht wurde und reagieren sensibel auf jede Änderung; manch einer vermutet auch lediglich die Eröffnung neuer Einnahmequellen mit möglichst geringem Aufwand.

In der Filmbranche zeigt George Lucas bereits seit Jahren, wie das Herumbasteln an der eigenen Legende den Ruf nachhaltig schädigen kann: jede neue „Star Wars“-Edition ändert noch ein bißchen mehr am bereits überarbeiteten Material, wobei nicht nur optische Elemente aufpoliert, sondern auch inhaltliche Änderungen vorgenommen werden – sehr zum Frust der zahlreichen Anhänger der ursprünglichen Versionen.

Mit dem 2012’er Release des „Concerto For Group And Orchestra“ wagt sich Jon Lord an die dritte Aufnahme seines wegweisenden Werks von 1969, welche gleichzeitig auch die erste Studioaufnahme ist.

Die Uraufführung, anschließend als „DEEP PURPLE“-Album veröffentlicht, stand unter keinem guten Stern: nicht nur einige seiner Bandkollegen brachten dem Projekt nur mäßige Begeisterung entgegen, auch das Royal Philharmonic Orchstra war von der Idee, zuammen mit einer Rockband zu musizieren, alles andere als angetan. So ist es wohl hauptsächlich dem Dirigenten Sir Malcolm Arnold zu verdanken, daß die Aufführung überhaupt ohne größere Zwischenfälle über die Bühne gehen konnte. Nach nur einer weiteren Aufführung 1970 in den USA ging die Partitur verloren, was gleichzeitig das Aus für das „Concerto“ bedeutete.

Glücklicherweise gibt es allerdings Menschen wie den holländischen Musiker und Komponisten Marco de Goeij, der in mühevollster Kleinarbeit die Partitur mit Hilfe der 1969’er Aufnahmen weitestgehend rekonstruieren konnte, was in einer erneuten Aufführung des „Concertos“ 1999 in London sowie einer anschließenden DEEP PURPLE-Orchestertour in den Jahren 2000 / 2001 resultierte. Bereits hier hatte Jon Lord einige Änderungen gegenüber der Originalversion eingearbeitet, war jedoch mit dem Ergebnis noch immer nicht vollständig zufrieden.

“Over these last years since leaving Deep Purple, I’ve played it over 30 times with different orchestras and conductors all over the world, and, of course, in 2000 I did it well over 30 times with Purple on the Concerto tour, so I’ve been honing the piece live on stage, and I’ve had the opportunity to change things in the score that weren’t sounding quite right. It is therefore a marvellous and exciting prospect to have the definitive recording of the definitive version of the score.”

(Jon Lord May 2012)

Zur Realisierung der Neuaufnahme holte Jon Lord den Dirigenten Paul Mann mit ins Boot, der bereits 1999 sowie auf der anschließenden Tour den Taktstock geschwungen hatte. Die Rhytmussektion wurde mit Guy Pratt sowie Brett Morgan  ebenso hochkarätig besetzt wie die Gitarrenriege, in der neben Darin Vasilev und Joe Bonamassa auch Steve Morse vertreten ist, der bereits an der 1999-Aufnahme mitwirkte. Ein besonderer Coup gelang Jon Lord bei den Vocals, hier übernimmt neben den beiden Musikern seiner „Hausband“ Steve Balsamo und Kasia Laska auch Bruce Dickinson einen Gesangspart.

Schon kurz nach dem Drücken der „Play“-Taste überrascht die Dynamik der Aufnahme mit einer Spannweite, wie sie bei aktuellen Produktionen leider nur noch selten zu finden ist und steigert sich, wenn Band und Orchester gleichzeitig loslegen, zu einem beeindruckenden Klangerlebnis.

Im Studio sicherlich kontrollierter agierend  als in einer Live-Situation schaffen es Paul Mann und das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra trotzdem, jeglichen Anflug von Sterilität zu vermeiden und das Zusammenspiel deutlich lebendiger zu gestalten als das Royal Philharmonic Orchstra 1969. Die Bandparts hingegen, auf der Originalaufnahme teilweise improvisiert, wirken deutlich arrangierter und kontrollierter, was dem Gesamteindruck jedoch nicht schadet.

Der Gesang wurde zweigeteilt: den ersten Teil übernimmt Steve Balsamo, ergänzt um Background-Harmonien von Kasia Laska, während im zweiten Teil Bruce Dickinson mit einer gefühl- und gleichzeitig kraftvollen Performance unterstreicht, welch großartiger Sänger er ist.

Insgesamt halten sich die Änderungen zum Originalwerk in Grenzen – zumeist sind es nur kleinere Schönheitsreperaturen um Übergänge gefälliger zu gestalten oder Kürzungen, um den Spannungsbogen zu intensivieren und genau wie 1999 scheinen die meisten Änderungen gegenüber der Originalaufnahme das „Third Movement“ zu betreffen.

Jon Lord, der am 16.Juli 2012 verstarb, konnte vor seinem Tod den finalen Mix des „Concertos“ noch fertigstellen und freigeben. Für ihn schließt sich der Kreis, denn das Werk, welches als erstes die volle Aufmerksamkeit auf seine Fähigkeiten als Komponist lenkte wird gleichzeitig auch die letzte Veröffentlichung sein, die unter seiner Regie entstand.

Erstaunlich, wie etwas „so altes“ so frisch klingen kann.

Kategorien
Verschiedenes

Jon Lord

Jon Lord ist im Laufe des heutigen Tages in London verstorben.

Die Welt verliert nicht nur einen großartigen Musiker, sondern auch einen beeindruckenden Menschen.

Vielen Dank für alles und mögest Du in Frieden ruhen.

Das von Serge Waldbillig aufgenommene Photo zeigt Jon Lord während der Proben zum Eröffnungskonzert der „Pictured Within“-Tour am 16.Mai 1999 im Conservatoire de Musique, Luxembourg.

Kategorien
Konzerte

Jon Lord Pictured Within 1999 Tour

Seeing the shows in Luxemburg, Halle and München, here are some few notes I took afterwards… I hope you enjoy!

Audience I

While in Luxemburg the audience seemed to be typical orchestral music listeners (most with subscriptions to go to such shows), the audiences were quite different in Halle and München. In Halle most people seemed to be rock music fans (at least what you could tell from their clothing) while in München the audience was mixed.

Audience II

In Luxemburg the people just sat there enjoying the show and giving standing ovations at the end, while there was always some annoying background noise in Halle and especially in München. Also there weren’t too much autograph hunters in Luxemburg. In Halle some people stood at the front of the stage from the beginning of the encores until the end of the show waving with pencils, tickets etc just to get an autograph.

One person I will for sure never forget was this ruthless idiot, who was trying to get about 20 to 30 LPs signed by Jon in München. Sometimes I feel like screaming! Very funny was a guy in München wondering why the complete first part of the „Pictured Within“-show sounded that much like the album. Well, ok – he didn’t know the album at all – according to what he told me, he wasn’t able to find the album during the last 9 months :)

Venues

The venue in Luxemburg was the „Conservatoire De Musique“, a music school with a main concert hall built for orchestral concerts.

Halle was a variety theatre with two large balconys and a heaven consisting of lots of small lights. The Muffathalle in München seemed to be an old discarded factory building with all inner walls painted black.

Organization

Best organization is when you never see people organizing. Very very relaxed in Luxemburg. When we arrived, we found the conservatoire with doors wide open and had the chance to step in and listen to the rehearsals. Also not much security after the show – just a female sitting on a chair before the backstage entrance. – that was all… Also a very relaxed organizing in Halle, as there was also just one single security guy in front of the backstage door.

Very annoying in München. A lot of people behaving much more important than they really were. Security at all possible and impossible places – and one of them trying to throw out cello player Hagen Kuhr before the soundcheck :) That’s the way it shouldn’t be done…

Music & Sound

Music and sound was great all three evenings, although in Luxemburg „Unsquared Dance“ was missing and they didn’t improvise as much as during the later shows. Some songs were played the first time in one part at showtime in Luxemburg, but as Sam Brown had forseen during the rehersals: „It will all work perfectly in the evening!“

Musicians

I had the chance to talk at least some few words to each of them. Most of them didn’t know more than „Smoke On The Water“ from Jons „normal“ job. They all enjoyed this tour and played brilliant. Too bad the tour was that short, it was extremly enjoyable to watch (and of cource hear) them grow from their first steps in Luxemburg to the final show in München.

Sam Brown

Brilliant. Excellent. Incredible. Weird.

Jon Lord

It was very interesting to see Jon acting in a different role, not as keyboarder of a rock band (his „other job“) but as host and musician in one person. It’s a shame he doesn’t take the microphone more often. I rarely heard that interesting and funny narrations during a show. And it was great to see how much he enjoyed doing his solo stuff and how much he enjoyed to play with the others.

Setlist

A great choice of songs, although a setlist can never be perfect for everyone. And so there was also something I hoped for – one or two songs from Sam Browns „43 minutes…“ which would have fit perfectly into the set. A funny experience was that while in Luxemburg and München „Stop“ was received with much applause, noone seemed to be familiar with this song in Halle – well, it was a hit in western world before the iron curtain came down.

Thanks

First of all thanks to Jon Lord for that album and tour. Also thanks to all other musicians, especially Sam Brown for being the way she is and Hagen Kuhr, who turned out to be a great guy. Also thanks to all people who sent in reviews and pictures from this tour.

Last but not least a big „HELLO“ to all the people I met before and after the shows – hope to see you again soon.