Am 22. März fand die gemeinsame “Arcane Dimeonsions”-Tour von Epica, Amaranthe sowie Charlotte Wessels in der Jahrhunderthalle in Frankfurt ihren Abschluss.
Eine der ersten Dinge, die auf dem Weg zum Halleninneren auffielen, waren die Merchandise-Preise: ein einfaches Tour-Shirt ab 40€ ist schon mehr als leicht überzogen … 25€ oder 30€ hätten meines Erachtens auch gereicht.
Für alle Bands galt, daß innerhalb der ersten zwei bis drei Songs der jeweilige Mixer hörbar damit beschäftigt war, den Sound auszubalancieren und vor allem den Bass einzufangen. Keine Ahnung, ob man dies mit einem erweiterten Soundcheck hätte verhindern können, aber 2003 bei Iron Maiden war der Effekt in der Halle ähnlich.
Durchweg nervig war - wieder einmal - das Licht. Ich stamme noch aus einer Generation, die es gewohnt ist, daß man die Leute auf der Bühne beleuchtet und nicht das Publikum. Wurde dies bei Epica Dank der Videoleinwand noch halbwegs kompensiert, war während Amaranthe das Licht zu weiten Teilen unangenehm. Die eingesetzten Laser hatten zwar durchaus Retro-Charme, aber die hauptsächlich in Richtung Publikum ausgerichteten Scheinwerfer und LED-Elemente einen recht hohen Blend- und Nervfaktor.
Charlotte Wessels
Daß Delain mehr waren als die Summe der einzelnen Musiker wurde spätestens mit dem Split 2021 deutlich. Während die Songs von Charlotte Wessels besonders in der “Tales from Six Feet Under”-Phase nicht das Level ihrer ehemaligen Band erreichen konnten, ist ihre Nachfolgerin bei Delain leider auch kein vollwertiger Ersatz.
Umso gespannter war ich, wie das Songmaterial im Live-Umfeld wirkt und konnte zufrieden feststellen: die Songs machten live deutlich mehr Spaß als auf Konserve. Als besonderes Bonbon zum Tourabschluss gab es “Dopamine” als Duett mit Epica-Frontfrau Simone Simons.
Die Performance der Band, die größtenteils aus ehemaligen Delain-Mitgliedern besteht, war ebenfalls auf durchgängig hohem Niveau und insbesondere Keyboarderin und Background-Sängerin Sophia Vernikov sticht in ihrer Vielseitigkeit positiv hervor.
Im Vergleich zu den beiden nachfolgenden Bands war die Optik auf’s Wesentliche reduziert und bis auf den blumigen Mikroständer weitestgehend ohne Spielereien oder Effekte.
Epica
Die Erwartungen an Epica waren hoch und um es kurz zu machen, die Band hat diese problemlos erfüllt.
Schön war zu hören, daß hier und da etwas um- oder neuarrangiert wurde. Dies macht das Live-Erlebnis deutlich intensiver und interessanter als notengetreues Nachspielen von Studioversionen. Zu “Sirens - Of Blood and Water” kamen Charlotte Wessels und Elize Ryd auf die Bühne, so daß der Song auch live mit drei weiblichen Sängerinnen präsentiert werden konnte. Appropos Sängerin - es ist schon beeindruckend, daß zum Tourabschluss bei Frontfrau Simone Simons keinerlei Müdigkeitserscheinungen zu hören waren und sie von der ersten bis zur letzten Minute eine überzeugende Performance ablieferte.
Auch wenn Coen Janssen nicht mehr über die komplette Bühnenbreite fahren darf, war der Bühnenaufbau mit großer Leinwand hinten und einer breiten Leinwand vorne gelungen und die Visualisierungen während des Konzerts beeindruckend. Eine nette Idee war auch, während “Cry For The Moon” mit Live-Kamera auf und von der Bühne zu filmen und so auch zumindest einen Teil der Crew live auf Leinwand zu bringen.
Die größte Überraschung in der Setlist war, daß der Auftritt ohne “Consign To Oblivion” zu Ende ging - bisher hatte jedes von mir besuchte Epica-Konzert mit diesem Song geschlossen.
Amaranthe
Mit Amaranthe habe ich so meine Probleme, weshalb ich es auch schade fand, daß sie als Headliner in Frankfurt gesetzt waren. Schon auf Platte kann mich die Band nicht so richtig abholen und auch live fand ich das Dargebotene lediglich “ok”. Vor allem bei den Songs mit dreistimmigem Gesang (oder eher zweistimmigem Gesang und einstimmigem Gegrowle) verstehe ich so gut wie kein Wort und kann die Titel außerhalb der meist schunkeligen Refrains nur schwer unterscheiden.
Dazu fehlt ein Keyboarder auf der Bühne und haufenweise Samples vom Band vermitteln zumindest mir kein Live-Gefühl. Dies wurde umso schmerzlicher bewusst, als man für einen halben Song dann doch ein von Gitarrist Olof Mörck bedientes Keyboard auf die Bühne stellte und gleichzeitig auch bewies, daß mit Elize Ryd die mit Abstand schwächste Sängerin des Abends gerade das Mikro in der Hand hielt.
Letztendlich ging es wohl nicht nur mir so, man hat gemerkt, daß es nach Epica leerer in der Halle wurde und im Verlaufe von Amaranthe sich das Publikum dann deutlich sichtbar lichtete. Da hat sich dle altersgerechte Wahl eines Sitzplatzes durchaus bezahlt gemacht, denn den Auftritt von Amaranthe hätte ich sicherlich nicht komplett “durchgestanden”.
"Aspiral" von Epica war bereits nach den ersten Appetithappen im Net Pflicht. Ich mag immer noch Symphonic Metal sehr und derzeit sind
Ich mag komplexte Songstrukturen, die spannend sind und die berühmten Windungen und Wendungen aufweisen. Wenn dann noch eine sehr melodische und schlicht angenehme Stimme zu hören ist, die Keyboards die Songs zusammenhalten ohne zu dominieren, die eine oder andere Basslinie wie aus dem Nichts auftaucht, dann darf ein Song wie der Opener auch gerne einmal sowas wie Überüberlänge haben. Über die gesamte Länge ein für mich hochspannendes Album, sehr emotional, oft auch ein wenig düster. Und ganz nebenbei: über einen sehr ordentlichen Sennheiser abgehört, macht das das Werk sogar noch ein wenig mehr Spass.
Zählt man
Einer dieser berühmten Zufallsfunde im Bandcamp. Wer sich an Sam Cooke rantraut, gibt den Songs entweder eine eigene Note oder scheitert grandios. Miss Sicilia hat sich für die 1. Variante entschieden. Wie gut, daß sie im Soul & Blues sowieso zuhause ist, das hilft schon einmal sehr. Wer ein Faible für die Songs eines der Urväter des Soul aus den 1950er / 1960er Jahren hat, kommt hier voll auf seine Kosten. Übrigens: “Blowin in the Wind” ist zwar von Dylan, aber 1964 kam eine
Bleiben wir noch ein wenig im Bereich Soul und Gospel. Sie war für mich in diesem Beritt die Überraschung des Jahres. Candi Staton ist schlicht the Queen of Soul Music. Mit mittlerweile 84 Jahren(!) legt sie hier ein Roots-Album vor, das seinesgleichen sucht und wahrscheinlich nicht wieder finden wird. Auf jedem einzelnen Song zelebriert sie (übrigens hervorragend bei Stimme) den Oldschool-Soul mit allem, was dazu gehört (Chorus, Örgelchen, Piano und sanfter E-Gitarre). Wenn ich mir das Album mit Kopfhörer zu Gemüte führe, bin ich der Ansicht: tolle, analoge Produktion in warmem Klangewand und breiter Stereo-Range. Sowas nennt man auch gerne einmal ein Ohrenschmeichler. Sehr beeindruckend, wenn man sie über 1963 “